Rock und Drama in einer Nacht

Die Premiere für die Rehnaer Rock- und Kulturnacht ist geglückt. Hunderte Musik- und Kulturfans waren am Sonnabend in der Stadt unterwegs und konnten bis Mitternacht an gleich fünf Spielstätten Deutschrock, Reggae und ein Drama in fünf Minuten erleben. Darüber hinaus absolvierten die Senkrechtstarter der Band B104 ein Heimspiel in der Stadt und gaben ein Konzert. „Rehna, seid ihr heiß“, rief Sänger Daniel Derda vor Begeisterung ins Mikro und riss sich wenig später im Lindenhof sämtliche Klamotten von seinem Oberkörper.

 

Das Kontrastprogramm zu dem Konzert der fünf jungen Musiker lieferte im Deutschen Haus Ludwig-Christian Glockzin. Er brachte das Kunststück fertig, das ganze goethesche Drama namens Faust in fünf Minuten zu spielen und strapazierte ein ums andere Mal die Lachmuskeln seiner Zuschauer. Dichtes Gedränge herrschte während der Rock- und Kulturnacht zudem im Klostercafe, Alten Bahnhof und im Gerichtssaal am Kloster Rehna.

 

Aus Sicht von Mitinitiatorin Nina Arnold müsse es nach der Premiere eine zweite Auflage dieser Veranstaltungsart im nächsten Jahr geben. Zunächst steht aber die Auswertung der 1. Rock- und Kulturnacht auf dem Plan des Rehnaer Kultur- und Sozialausschusses. Schon morgen wollen dessen Mitglieder von 19 Uhr an ein Fazit unter diese Veranstaltung ziehen.

 

Besucher der Rock- und Kulturnacht hoffen schon jetzt auf eine 2. Auflage 2019. „So etwas solle möglichst wiederholt werden“, meinte der Rehnaer Olaf Schöwe. „Was hier an Leuten unterwegs war, ist gigantisch für Rehna“, pflichtete ihm Ingo Schwartz bei. Margrit Bohn meinte: „Für den Preis ist dieses Veranstaltungsangebot einfach unschlagbar.“ Für zehn Euro waren die Tickets und Eintrittsbändchen für die Rock- und Kulturnacht erhältlich. Sie berechtigten an dem Abend zum Eintritt in alle fünf Spielstätten.

Band B 104

Heimspiel für die Senkrechtstarter

Sie konnten zwar erst mit ein wenig Verspätung ihr Konzert  im Lindenhof starten, dafür bewiesen die Musiker der Band B 104 aber umso mehr Power. Mit ihrer Mischung aus  Rock, Pop und einer Prise Rap spielten sie sich vor allem in die Herzen  junger Musikfans. Dabei ließen sie es bei ihrer Bühnenshow so richtig krachen. Eine der musikalischen Botschaften an ihre Fans lautete:  Jeder hat es selbst in der Hand etwas zu verändern. Verpackt hatten sie dies  in dem Song „Zeigs mir“. Apropos zeigen. Die Band ermöglichte an dem Abend in Rehna einem Achtjährigen einen Perspektivwechsel  und holte Fabian  Bohn aus den Reihen des Publikums  zu sich  auf die Bühne. Dort oben konnte der Knirps einmal selbst erleben, wie es sich anfühlt, im Scheinwerferlicht zu stehen. Wer den Auftritt der Band B104 verpasst haben sollte, kann die Senkrechtstarter aus MV am Donnerstag, 31. Mai im Hamburger Kaiserkeller, am 9. Juni bei dem Festival „Wöhrden rockt“ sowie am 19. Juni bei „Rock am See“ in Barnin erleben.

Rhythmus mit Gefühl

Reggae im Gerichtssaal

Für westafrikanisches Flair in der  Rock- und Kulturnacht sorgten Kekso  (li.) und The Terry Kafo Band. Bei ihrer Musik hielt es vor allem die Frauen nicht auf ihren Sitzen und tanzten – auch barfuß und mit geschlossenen Augen – zu den Klängen dieser Band. Die Musiker sorgten mit ihrem Wechsel von feurig-spritzigen Tanzrhythmen für Partystimmung vom Feinsten. 

Die Band war einst vom Senegalesen Kekso Lamine Diabang ins Leben gerufen worden. Sie  besteht aus Musikern, die aus unterschiedlichsten Stilrichtungen  kommen und Spaß an feurigen Tanzrhythmen mit Einflüssen von Jazz, Soul, Rock und Reggae haben.

 

Musik mit Gänsehauteffekt

Gefühlvolles im Klostercafé

Wer Feuerzeuge während der  1. Rehnaer Rock- und Kulturnacht bei sich hatte, der  konnte sie am ehesten im Klostercafé aus der Tasche holen. Denn bei ihrem Unplugged-Konzert spielten Matze Buhse und Andi Ziehn (r.) Musik mit Gänsehauteffekt. Das Duo kommt aus der Stadt Grevesmühlen und trat  dort erstmals öffentlich im Jahr 2017 auf. In Rehna spielten sie am Sonnabend unter anderem „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Peter Maffay. Ebenfalls in ihrem Repertoire haben sie Lieder wie „Hulapalu“ von Andreas Gabalier oder „Wie soll ein Mensch das ertragen“ von Philipp Poisel. 

Schauspiel und handgemachte Musik

Ein Drama in fünf Minuten

Überraschend  und ausgesprochen unterhaltsam war der Auftritt von Ludwig-Christian Glockzin (r.) im Deutschen Haus. Dort handelte er das ganze goethesche Drama in fünf Minuten ab.  Dafür benötigte er unter anderem Wunderkerzen, eine Hexennase, zwei Blumen, eine Flasche Bier, eine Cremedose, eine Blumenvase und einen Kurzzeitwecker. All dies baute Glockzin in das Stück „Faust“ ein, sorgte für Lacher und nach fünf Minuten Spielzeit für jede Menge Applaus.

Im Deutschen Haus trat zudem Siegfried Weber auf, der das Publikum mit auf eine musikalische Zeitreise bis zurück  ins 13. Jahrhundert nahm.  Zusammen mit dem Publikum sang der Künstler zudem ein Lied, das einst bei keinem Folkfestival fehlen durfte: „Auf, du junger Wandersmann“.

Alter Bahnhof

Rock Zock

 

 

Nicht ruckzuck sondern Rock Zock hieß es im Rehnaer Alten Bahnhof. Denn die gleichnamige Band aus Ratzeburg spielte dort zu einem Konzertmarathon auf. Dabei durften Rockklassiker wie „Mit Pfefferminz bin dein Prinz“ von Westernhagen nicht fehlen. Seit mittlerweile 20 Jahren spielt Rock Zock in Kneipen, bei Festen und Motorradtreffen. Handgemachte Rock und Blues zeichnet die vier Musiker aus der Domstadt aus. Kein Wunder, dass auch bei ihrem Auftritt im Alten Bahnhof richtig viel Stimmung aufkam. 


Ein riesengroßes DANKESCHÖN Michael Schmidt für diese schöne Berichterstattung!

Quelle: https://www.svz.de/19963716 ©2018

Alle Fotos: © MichaelSchmidt/Schweriner Volkszeitung

Veranstalter

 

Verein für Handwerk und Handel

Gletzower Straße 14

19217 Rehna